Quarz-Deckgläser: Der unsichtbare Unterschied bei TIRF und Einzelmolekül-Mikroskopie
Quarz-Deckgläser: Der unsichtbare Unterschied bei TIRF und Einzelmolekül-Mikroskopie
Bei meiner ersten TIRF-Messung war das Rauschen katastrophal. Ich habe drei Wochen lang alles optimiert — Laser, Filter, Alignment. Am Ende war es das Deckglas. Normales Borosilikatglas autofluoresziert im UV, und bei TIRF liegt genau diese Schicht im evaneszenten Feld. Quarz ist praktisch fluoreszenzfrei.
Warum die Deckglasdicke kritisch ist
Hoch-NA-Objektive sind auf exakt 0,17 mm korrigiert. Normale #1.5-Deckgläser haben ±0,02 mm Toleranz. Quarz: ±0,005 mm. Der Unterschied klingt winzig, erzeugt aber sphärische Aberration, die kein Fokus ausgleichen kann. Mit Quarz-Deckgläsern ist jedes Deckglas im Soll — kein Aussortieren mehr.
Reinigung und Wiederverwendung
Quarz verträgt aggressive Reinigung: Piranha-Lösung (3:1 H₂SO₄:H₂O₂), Autoklav bei 121 °C, 50+ Zyklen ohne optische Einbußen. Vorsicht: Quarz splittert leichter als Glas. Immer mit feiner Pinzette am Rand greifen. Für Zellkultur mit Poly-L-Lysin beschichten — unbehandelter Quarz ist leicht hydrophob.
Für TIRF, STORM/PALM oder UV-Fluoreszenz: Quarz. Für alles andere reicht Glas.
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